Ab dem Zeitpunkt des Absetzens, wenn das Fohlen sechs bis neun Monate alt ist, sollte mit der Bodenarbeit begonnen werden. Die Zeit vom Absetzer bis zum Reitpferd kann genützt werden, um dem Pferd den Übergang vom Aufzucht- zum Reitpferd sehr zu erleichtern. Wobei in diesem Fall – bei der Bodenarbeit mit jungen Pferden – nicht die Art von Bodenarbeit gemeint ist, wie die, die man mit einem Reitpferd macht. Jede Begegnung ist eine Art von Bodenarbeit bzw. Training.
Zuerst einmal kann man die Rangordnung zwischen Pferd und Mensch vom Boden aus klären. Wenn ein Pferd verstanden hat, dass der Mensch das Leittier ist, dann kann es sich fallen lassen und vertrauen, was die spätere Arbeit und das Einreiten erheblich erleichtert.
Junge Pferde sind sehr neugierig und lernbedürftig und gehen, wenn man sie nicht überfordert mit viel Spaß und Eifer an die Bodenarbeit. Ihre Konzentrationsmöglichkeit ist oft sehr begrenzt und kann gerade am Anfang nur wenige Minuten lang anhalten. Wenn man bei der Bodenarbeit mit jungen Pferden darauf eingeht und die Trainingseinheiten sehr kurz hält, dann sind sie motiviert bei der Sache und es wird die Beziehung wie auch die Kommunikationsfähigkeit zwischen Tier und Mensch gefördert.
Bei der Bodenarbeit für junge Pferden sollte eine der ersten Übungen das Hufe geben sein. Stellungsfehler können in den ersten Jahren noch gut korrigiert werden, wenn das Jungpferd den Fachmann an sich ran lässt. Aber bereits das Hufe geben ist ein großer Vertrauensbeweis. Ein Pferd ist ein Fluchttier und wenn es uns einen Huf zum Auskratzen gibt, dann kann es aus der Sicht des Pferdes nicht mehr fliehen. Das Hufe geben sollte in einer ruhigen, entspannten Atmosphäre immer wieder geübt werden ohne sofort zu viel zu verlangen. Absetzer können noch schlecht das Gleichgewicht halten. Wenn das Pferd also mal den Huf weg zieht, sollte das kein Grund für eine Bestrafung sein. Seien Sie nachsichtig mit Ihrem Schützling und lehnen ihn das nächste Mal evtl. an einer Seite an die Boxentür an.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass eine gute Basis vom Boden aus einen Großteil der Ausbildung ausmacht. Je besser die Basis stimmt, desto einfacher wird das Einreiten – für Ross und Reiter!

